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28.12.2011

Automobil oder "einfach-nur-mobil"?

Man könnte meinen, neue Mobilitätskonzepte stellen den Besitz eines eigenen Fahrzeugs als Zeichen von Autonomie und Freiheit in Frage. Studien zeigen allerdings, dass OEM-Car-Sharing-Initiativen, wie beispielsweise DriveNow von BMW, nur die Antwort auf künftige Herausforderungen des Mega-Trends Mobilität sind.

 

Der Bedarf an Mobilität wird weiter stark wachsen und ob Fahrzeugkonzepte für sich alleine diesen gestiegenen Mobilitäts-Bedarf abdecken können, wird gerne diskutiert. Ursachen für dieses starke Wachstum sind nicht nur in der Dynamik unserer Zeit zu finden: Wir werden immer älter und bleiben dabei gesünder, was wiederum unternehmungslustiger macht und das Wort „Ruhestand“ seine Bedeutung verlieren lässt. Auch Faktoren wie durchwachsenere Familienstrukturen und der damit verbundene Mobilitätsbedarf, sowie berufliche wie andere private Reiseanforderungen tragen zu diesem Wachstum bei.

 

Gleichzeitig, stehen den Endkunden aber zum Teil weniger Mittel zur Finanzierung eines eigenen Autos zur Verfügung, oder ihre finanziellen Prioritäten sind einfach anders gelagert. Eine natürliche Konsequenz daraus ist die Nachfrage nach flexiblen Besitzmodellen, um Investitionskosten, Fixkosten und Betriebskosten nicht zur Gänze - und nicht alleine - tragen zu müssen.

 

Autonomie und Statussymbol
Trotzdem wird das Auto aber die Nummer Eins im Mobilitäts-Mix der meisten Menschen bleiben. Autofahren bringt das Gefühl von Autonomie und damit verbunden auch Lebensqualität. Die Bedeutung des Fahrzeugs als Statussymbol sinkt aber tendenziell, und gerade in Ballungszentren können sich immer mehr Jüngere vorstellen, kein eigenes Auto zu besitzen. Man strebt eher danach, sich möglichst effizient und kostengünstig fortzubewegen, als ein Fortbewegungsmittel faktisch zu besitzen. Demnach werden Fahrzeuge sich eher der Umwelt und damit auch dem Zweck anpassen. Nicht zuletzt wird die Raumplanung in Städten die Mobilität der Zukunft stark beeinflussen. So wie man Busspuren für Elektroautos freigeben könnte, versucht man vielerorts über innovative Transportstrategien die Stadtkerne zu beleben, was hinsichtlich Umwelt und Verkehr keine einfache Aufgabe ist.

 

Hersteller haben ein Konzept
Die Hersteller haben bereits mit verschiedensten Konzepten, die diese neuen Trends aufgreifen, von sich hören lassen. Das Spektrum reicht von der Idee, die reine Produktion der Fahrzeuge auszulagern (Nissan), bis zum direkten Einstieg ins Car-Sharing mit neuartigen Angebotsformen (BMW, Daimler, VW, Toyota, Mazda, …). Bei letzterem Trend wundert es nicht, dass der europäische Car-Sharing-Markt seit 2009 zweistellige Wachstumszahlen verbuchen kann und dabei erst am Anfang der Marktentwicklung steht.
Die Zukunft der Herstellerpositionierung wird auch maßgeblich die Entwicklung der Lieferanten beeinflussen. Von einem Hersteller, der Mobilität und Besitz komplett entkoppelt und nur mehr als Mobilitäts-Anbieter auftritt, bis zu einem Hersteller, der technologisch herausragende Produkte an ein sehr automobilbewusstes Publikum verkauft, sind alle möglichen Facetten eines Herstellerprofils denkbar. Wenn man die Automobilindustrie heute betrachtet, erinnert die Struktur stark an die IT-Industrie der 90er, deren damalige Hauptakteure sich heute weniger in ihren Produkten, als in der Art ihrer Leistungserbringung unterscheiden. Im automobilen Sektor entstehen durch diese langfristige Differenzierung der Hersteller viele neue Chancen für Zulieferer, welche sich entweder in der Wertschöpfungskette nach oben entwickeln oder ganz neue Geschäftsfelder (Individualisierung, Connectivity) erschließen können.

 

80 Prozent wollen eigenes Auto
Wenn Sie selbst der Meinung sind, sich ein Leben ohne Auto gar nicht vorstellen zu können, finden Sie sich in der deutlichen Mehrheit (knapp 80 Prozent) wieder, wie eine Studie unter deutschen Führerscheinbesitzern eindrucksvoll demonstriert. Kaum ein anderes Transportmittel vermittelt diesen hohen Grad an Mobilität und Freiheit und macht den meisten Fahrern dabei auch noch Freude. Um diese Bedürfnisse auch auf jeden Fall anzusprechen, darf bei den Mobilitätskonzepten der Zukunft somit der Faktor PKW nicht zu kurz kommen. Nüchtern betrachtet scheint die Einbindung von Fahrzeugkonzepten in andere Mobilitäts-Formen also das wahrscheinlichste Zukunftsszenario zu sein.

 

Mit dem AC in die Zukunft blicken
Auch im neuen Jahr wird die automotive.2012 Zulieferer und Hersteller einladen, sich gemeinsam mit Themen der Zukunft zu beschäftigen. Die Jahresveranstaltung des Automobil-Clusters ist Österreichs Treffpunkt für automobile Visionen, Innovationen und Zukunftstechnologien und wird am 25. September 2012 in der voestalpine Stahlwelt in Linz stattfinden.

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