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Welt

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T I P P
BMW-Lieferantentag bei BMW Group in München
22. November 2012
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19.01.2012

Wachstumsmärkte in der Ferne

Nach einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr 2011 ist die Euphorie der europäischen Hersteller groß. Es wird sogar weiteres Wachstum erwartet - allen Wirtschaftsprognosen und Krisenmeldungen zum Trotz. Grund dafür ist das enorme Wachstum in ferneren Ländern, was regionalen Zulieferern aber nur bedingt ihre Aufträge sichert.

 

Während kritische Beobachter meinen, dass die Automobilindustrie wegen der starken Förderungen nicht sehr viel aus der letzten Krise lernen musste, scheinen doch die meisten Hersteller nun krisensicher aufgestellt zu sein. Zumindest zeigt sich die Automobilbranche wenig beeindruckt von den aktuellen Entwicklungen. Blickt man hinter die Kulissen, erkennt man sofort, warum: Die eher schwachen Wachstumsraten für Europa werden von boomenden Märkten wie China, Russland und Indien überzeichnet.

 

Die Konsequenz für Zulieferer im Automobilsektor ist oftmals die Überlegung, dem erfolgreichen Hersteller in ebendiese Märkte zu folgen, was oft leichter gesagt als getan ist. Während die Barrieren zu anderen Auto-Nationen (wie die USA und Kanada) eher leicht zu überwinden sind, stellt beispielsweise ein voreiliges Joint-Venture in China ein Abenteuer ganz anderer Art dar. Ob der Aufwand sich lohnt, darüber lassen aktuelle Zahlen Vermutungen anstellen.

 

Märkte und Wachstum
Das Wachstum im chinesischen PKW-Markt, viele Jahre Vorzeigebeispiel für Schwellenländer, scheint sich nach einigen starken Jahren im einstelligen Bereich (8 Prozent) einzupendeln. In Gesamtzahlen machte das dennoch im letzten Jahr eine Steigerung von ca. 12 Millionen Fahrzeugen aus. Davon profitierte nicht zuletzt Volkswagen sehr stark: Mehr als jedes dritte Fahrzeug der Marke findet in China einen stolzen Käufer.

 

Während Indien ähnliche Wachstumszahlen verbucht, aber gesamt noch unter solchen Stückzahlen liegt (Zuwachs von 2,5 Millionen Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr), bleibt Russland weiterhin in Fahrt: fast 39 Prozent Zuwachs im letzten Jahr, was 2,7 Millionen zusätzlichen PKWs entspricht.

 

Interessant bleibt nach wie vor der Markt der Auto-Nation USA. Dort stieg die Nachfrage nach Fahrzeugen (Light Vehicles) um über 10 Prozent. An diesem Zuwachs (12,7 Millionen Fahrzeuge insgesamt) können sich nicht nur amerikanische und asiatische Hersteller erfreuen. Auch europäische Marken mischen hier kräftig mit – und das Luxussegment gehörig auf. Weitere 5 Prozent Wachstum für 2012 deuten an, dass hier noch Chancen darauf warten, genutzt zu werden.

 

Blickt man auf Westeuropa, ist es wahrscheinlich, dass sich der Markt 2012 stabilisiert, ohne signifikant weiter zu wachsen. Speziell die Inlandsproduktion der deutschen Automobilindustrie ist hier erfolgskritisch für österreichische Zulieferer. Letztere starten laut aktuellen Interviews aber durchwegs vorsichtig-optimistisch ins Jahr 2012. Absatzeinbrüche in nationalen Märkten der Hersteller werden durch weitere Exporte in aufstrebende Märkte voraussichtlich ausgeglichen. Langfristig wird der westeuropäische Markt wohl nur jenen das Überleben sichern, die mit kreativen Neuerungen von sich hören lassen.

 

Qualität und Quantität
In entwickelten Märkten wollen die meisten Hersteller strategisch Wachstum durch neue Technologien schaffen, und Innovationen regen Wertwachstum an. In Märkten wie Indien will man primär Volumenwachstum erzielen und durch erschwingliche Fahrzeugkonzepte Marktanteile erobern. Doch auch in Schwellenländern formen sich zusehends komplexe Käuferschichten mit unterschiedlichen Vorstellungen und speziell in China erwartet die aufstrebende Mittelschicht auch die entsprechende Qualität und einen Hauch von Luxus in ihren Fahrzeugen.

 

Für Zulieferer stecken in dieser globalen Marktlage viele Chancen. Einerseits wird auch im europäischen Automobilmarkt noch viel Raum für neue Technologien und interessante Innovationen sein und andererseits werden aktuelle Spitzenprodukte auch in riesigen aufstrebenden Märkten benötigt. Die Möglichkeiten verschiedenster Eintrittsstrategien - von Exportgemeinschaften bis Joint-Ventures - werden in einer der nächsten Monatsinfos thematisiert.

 

Mit dem AC in neue Märkte
Schon heute verhilft der Automobil-Cluster mit verschiedenen Maßnahmen zu erleichtertem Marktzugang. Nehmen Sie an einem Lieferantentag bei einem Hersteller teil und überzeugen Sie mit Ihren Produkten direkt die Entwickler und Einkäufer vor Ort. Gehen Sie mit uns auf Marktsondierungsreisen und lernen Sie wichtige Personen und die Abläufe in anderen Ländern kennen. Nutzen Sie das Netzwerk im Automobil-Cluster für Information und Kontakte.


Quellen:
- Marktdaten: F.A.Z., VDA
- Interviews: Kleine Zeitung, derStandard, FN

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